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Ensemble Musikfabrik | Musikfest Berlin 2019 Konzertkarten

Ensemble Musikfabrik | Musikfest Berlin 2019 Termine hier im Vorverkauf

Ensemble Musikfabrik | Musikfest Berlin 2019

Inspirationen aus Japan verbinden die Werke von Lachenmann, Hosokawa und Eötvös, die das Ensemble Musikfabrik aus Köln mit Peter Eötvös am Pult zur Aufführung bringt. Unter anderem verstärkt durch die Nō-Darstellerin Ryoko Aoki und die Shō-Spielerin Mayumi Miyata.

Man hätte sie gern in Schubladen, die Kreativen. Dann wüsste man, wohin man greifen muss, wenn man dies oder das zur Geisterhebung sucht. Oder man könnte sie einfach drin lassen. Aber sie wollen nicht. Schrieb Helmut Lachenmann vor kurzem doch diese „Marche fatale“ in der „Heldenleben“-Tonart Es-Dur, und c-Moll-Variationen über ein japanisches Kirschblütenlied. Die Marschmelodie sei von irgendwoher gekommen. Die Luft der Geschichte ist voll von solchen Sachen. Man kann mit ihnen umgehen, wenn man kann.

Die Moderne sei der Pflug, mit dem man die Tradition umgräbt. Vielleicht ist es auch umgekehrt. Lachenmanns Lehrer Luigi Nono forderte: Das Ohr aufwecken! Weil dann andere Sinne und der Verstand mit aufwachen. Die Emanzipation vom Diktat des Visuellen ist Toshio Hosokawas Anliegen. „Birds Fragments“ sind inspiriert durch (nahezu) blinde Schüler*innen in Japan, die Vögel nur vom Hören, Ertasten oder Hörensagen kannten und sie nun aus Ton modellierten. So versuchte der Komponist, die Suggestion eines Vogels aus Tönen zu schaffen und dafür Erfahrungen zu reaktivieren, „die in der Moderne oft zu kurz kamen: den Sinn für die Materialität, das Haptische, die Tiefe und natürliche Räumlichkeit der Musik.“ Hauptinstrument: die Shō, die wundervolle Mundorgel, die Lachenmann einst auch in seiner Oper einsetzte.

Auf eine japanische Tradition kommt Peter Eötvös mit „Secret Kiss“ zurück. Das Stück ist für Ryoko Aoki geschrieben. Sie studierte das, was wir klassische Musik nennen, und die Kunst des Nō-Theaters. Diese war einst Männern vorbehalten. Ryoko Aoki änderte das. Als Text wählte Eötvös Auszüge aus Alessandro Bariccos Roman „Seide“, einer sehr speziellen Liebesgeschichte; Gedanken und Sprache fänden darin, so Eötvös, zu Wellenbewegungen von Zeit und Zeitmaßen, die eine Verschmelzung von Nō mit Ideen europäischer Provenienz ermöglichten. Die „Sonata a sei“, zwölf Jahre älter, ist ganz anders. Bartóks Sonate für zwei Klaviere und Schlagzeug steht im Hintergrund, aber auch das Wissen um dessen Odysseen. Ein Keyboard kommt dazu und mit ihm Sounds, die gewiss nicht im Inneren der Moderne zu Hause waren. Schwester U kann erfrischend provozierend wirken, wenn man mit ihr kann.


2019-09-08 Berlin Kammermusiksaal Philharmonie | Tickets |