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Northlane Konzertkarten

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Northlane

„Ich bin in der Hölle groß geworden“, sagt Northlane-Sänger Marcus Bridge über seine persönliche Kindheit, die geprägt war von drogenabhängigen Eltern, Arbeitslosigkeit und Gewalt. „Groß geworden in einer Welt, in der ich nicht hätte leben sollen. Aber ich habe es geschafft, ihr zu entkommen.“ Genau darum geht es auf dem neuen, fünften Studioalbum der australischen Metal-Schwergewichte: Bridge verarbeitet auf „Alien“ seine schrecklichen Kindheitserlebnisse und seinen Weg in ein besseres Leben.

Bridge ist mit zwei schwer drogenabhängigen Eltern aufgewachsen. „Mit der Sucht meines Dads gingen Aggressionen einher, meine Mum war einfach nur abwesend. Überall waren Drogendealer und Leute, denen Clubs in Kings Cross gehörten.“ Der Sänger hat als kleines Kind viel gesehen, das nicht für seine Augen bestimmt war. Etwa einen bewaffneten Unbekannten, der einmal die Tür ihres Motelzimmers aufbrach und mit einer Pistole auf seinen Vater zielte, wie er im Song „Freefall“ thematisiert. „Ich dachte, Dad hätte entweder Drogen in seinem Revier verkauft oder der Räuber wusste, dass er Geld hat. Damals war ich sieben.“

Obwohl die Songtexte schonungslos ehrlich und markerschütternd klingen, steckt in ihnen immer auch Hoffnung. „Ich hab es geschafft, meine Kindheit durchzustehen und stets daran zu glauben, einen anderen Weg als meine Eltern einzuschlagen“, erklärt Bridge. Songs wie die erste Single „Bloodline“ sollen genau diese Moral vermitteln: Es geht immer weiter, und es besteht immer die Möglichkeit, sich ein besseres Leben zu erschaffen.

„Alien“ ist zweifelsohne das bislang persönlichste Studioalbum von Northlane. Langjährige Fans könnten zwar annehmen, dass der Titel auf eine Fortsetzung der spacigen und futuristischen Themen ihrer früheren Platten anspielt. In Wahrheit ist damit jedoch die Entfremdung gemeint, die Bridge als verunsichertes Kind gefühlt hat. „Aber“, so der Sänger, „kapselt der Albumtitel uns auch davon ab, als was wir bislang wahrgenommen wurden. Northlane waren immer eine AusreißerBand. Ich glaube, das neue Album wird die Leute überraschen.“

Ihre ersten drei Alben hatten es in den australischen Charts alle in die Top Fünf geschafft, wobei „Node“ sogar die australische Chartsspitze stürmte und Northlane den ARIA Award für „das beste Hard Rock oder Heavy Metal Album“ einbrachte. Auch mit „Mesmer“ gewann die Band eine Auszeichnung und trat 2018 als Co-Headliner der Never Say Die Tour mit Being As An Ocean in Deutschland und Europa auf. Aber auf Nummer sicher zu gehen, kommt für die Band nicht infrage. „Alien“ vermischt ihren bezeichnenden, brutalen Tech-Metal mit Elementen aus anderen Genres.

„Ich wollte etwas kreieren, das die Leute wirklich anekelt“, sagt Gitarrist John Deiley. Die Songs klingen oft frustrierend und wütend. Sie sind unter anderem aus Situationen geboren, in denen „uns Menschen den Rücken zuwenden“. Damit ist in erster Linie ihr früherer Bassist Alex Milovic gemeint, der die Band während des Schreibprozesses zum neuen Album verlassen hatte. Inzwischen ist für ihn Brendon Padjasek eingesprungen, komplettiert wird das Quintett durch Gitarrist Josh Smith und Schlagzeuger Nic Pettersen.

„Es hat uns definitiv sehr weh getan“, sagt Deiley zu Milovics Ausstieg. „Du denkst, wenn jemand die Band verlässt, ist die Musik wohl doch nicht so gut. Du beginnst, zu zweifeln.“ Bridge ergänzt: „Wir haben viel vom neuen Album in einer Phase geschrieben, die wir den ‚Northlane-Fluch‘ nennen. Währenddessen ging kontinuierlich etwas schief: Die Kommunikation mit unserem Label lief nicht gut, dann ging etwas auf Tour kaputt, und schließlich verließ uns unser Bassist. All das gipfelte irgendwann in großem Stress.“

Gebeutelt setzt die Band ihren Schreibprozess fort und nimmt ihre Karriere selbst in die Hand. Das Quintett lässt Gitarrist Josh Smith die Marketing-Arbeit übernehmen, um wieder mehr Kontrolle zu erhalten. Die Aufnahmen vollziehen Northlane in Chris Blancatos Studio in Sydney, wo sie bereits 2010 ihre erste EP „Hollow Existence“ aufgenommen hatten. Den Gesang nimmt Bridge in den Electric Sun Studios auf, wo 2011 das Debütalbum „Discoveries“ entstanden war. Bei der Produktion verlassen sie sich nur auf sich selbst. „Wir wollten die Chance nutzen, uns auf unseren eigenen Instinkt zu verlassen“, sagt Bridge. „Ich denke, wir sind mit dem Album maximal ehrlich zu uns selbst und zu unseren Fans.“

In diesem Jahr feiern Northlane ihren zehnten Bandgeburtstag. Zum runden Jubiläum veröffentlichen sie mit „Alien“ ein sehr aggressives Album, das die Welten von Metal und elektronischer Musik zu einem intensiven, pulverisierenden Hybriden vereint. Der Song „Eclipse“ etwa klingt, als würden sich eine Metal-Band und ein DJ blutig prügeln. „Details Matter“ vereint wütende Drum’n’Bass mit einem widerlichen Riff. Und „Talking Heads“ endet mit einem wilden und verzerrten Knall, der klingt, als wären gerade die eigenen Lautsprecher explodiert. „Ich freue mich auf unser Bandjubiläum“, sagt Deiley. „Aber ich möchte ihn auch schnell hinter mir lassen und weitermachen - mit Blick auf die große 20.“


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